Nachdem die benötigte Heizleistung bestimmt wurde, können passende Abmessungen ausgewählt werden.
Grundsätzlich gilt:
Je größer die wirksame Heizfläche, desto höher kann die Heizleistung sein.
Die Leistung kann unter anderem erhöht werden durch:
- eine größere Heizkörperlänge
- eine größere Heizkörperhöhe
- eine größere Bautiefe
- einen leistungsfähigeren Heizkörpertyp
Zwei Heizkörper mit identischer Länge und Höhe müssen daher nicht dieselbe Leistung besitzen.
Vergleichen Sie beim Kauf deshalb nicht nur die Abmessungen, sondern vor allem die angegebene Heizleistung in Watt bei den jeweiligen Systemtemperaturen.
Heizkörper im Altbau richtig dimensionieren
Altbauten haben häufig einen höheren Wärmebedarf als moderne Gebäude. Gründe können unter anderem eine geringere Dämmung, ältere Fenster oder größere Raumhöhen sein.
Bei der Auswahl eines neuen Heizkörpers sollten deshalb nicht einfach die Abmessungen des alten Modells übernommen werden.
Wurde das Gebäude zwischenzeitlich energetisch saniert oder die Heizungsanlage modernisiert, kann sich die benötigte Heizkörperleistung erheblich verändert haben.
Heizkörper im Neubau richtig dimensionieren
Moderne Neubauten besitzen in der Regel einen deutlich niedrigeren Heizwärmebedarf. Gleichzeitig werden häufig Heizsysteme mit niedrigeren Vorlauftemperaturen eingesetzt.
Dadurch entsteht eine besondere Situation: Der Raum benötigt zwar insgesamt weniger Wärme, der Heizkörper gibt bei niedriger Systemtemperatur aber ebenfalls weniger Leistung ab.
Die Dimensionierung sollte deshalb immer Wärmebedarf und Systemtemperatur gemeinsam berücksichtigen.
Ist ein größerer Heizkörper besser?
Nicht automatisch.
Ein größer dimensionierter Heizkörper kann bei niedrigen Vorlauftemperaturen Vorteile bieten, weil eine größere Heizfläche die erforderliche Wärme bei geringerer Temperatur bereitstellen kann.
Entscheidend bleibt jedoch, dass Heizkörper, Raum und Heizsystem aufeinander abgestimmt sind.
Ein möglichst großer Heizkörper ist daher nicht das eigentliche Ziel. Das Ziel ist ein Heizkörper, der die benötigte Heizleistung unter den vorhandenen Betriebsbedingungen zuverlässig erreicht.
Fazit: Nicht die Größe, sondern die Heizleistung ist entscheidend
Wer die passende Heizkörpergröße bestimmen möchte, sollte zuerst den Wärmebedarf des Raumes ermitteln.
Für eine erste Orientierung kann folgende Formel verwendet werden:
Raumfläche × Wärmebedarf pro m² = benötigte Heizleistung
Anschließend wird ein Heizkörper gewählt, der diese Leistung bei den vorgesehenen Systemtemperaturen erreicht.
Neben der Raumgröße spielen insbesondere Dämmstandard, Gebäudealter, gewünschte Raumtemperatur, Vorlauftemperatur und Heizkörpertyp eine wichtige Rolle.
Häufig gestellte Fragen zur Heizkörpergröße
Wie viel Watt Heizkörperleistung brauche ich pro m²?
Je nach energetischem Zustand des Gebäudes kann der Wärmebedarf grob zwischen etwa 30 und 150 W/m² liegen. Für eine zuverlässige Dimensionierung muss jedoch der individuelle Wärmebedarf des Raumes berücksichtigt werden.
Wie viel Watt braucht ein Heizkörper für 20 m²?
Bei einem angenommenen Wärmebedarf von 70 W/m² wären etwa 1.400 Watt erforderlich. Bei 100 W/m² wären es etwa 2.000 Watt.
Wie viel Watt braucht ein Heizkörper für 30 m²?
Bei 70 W/m² ergibt sich ein Richtwert von etwa 2.100 Watt. Der tatsächliche Bedarf kann je nach Gebäude deutlich höher oder niedriger liegen.
Kann ein Heizkörper zu groß sein?
Ein größerer Heizkörper ist nicht grundsätzlich problematisch und kann bei niedrigen Vorlauftemperaturen sogar vorteilhaft sein. Er sollte jedoch sinnvoll auf Wärmebedarf, Heizsystem und verfügbaren Platz abgestimmt werden.
Brauche ich bei einer Wärmepumpe größere Heizkörper?
Häufig werden bei niedrigen Vorlauftemperaturen größere Heizflächen benötigt. Entscheidend ist, welche Leistung der jeweilige Heizkörper bei den vorgesehenen Systemtemperaturen tatsächlich abgibt.
Kann ich meinen alten Heizkörper einfach durch einen gleich großen ersetzen?
Nicht unbedingt. Bauart und Heizleistung können sich trotz gleicher Außenmaße deutlich unterscheiden. Außerdem können energetische Sanierungen oder eine Änderung der Vorlauftemperatur den erforderlichen Leistungswert verändern.
